Unternehmen ohne Grenzen

Posted by

Welche Möglichkeiten bietet der freie Verkehr zwischen Mitgliedsstaaten des Schengen-Raums? Lässt sich die national ausgerichtete Wirtschaft weiterdenken? Grundsätzlich lautet die Antwort ja, auch wenn es einige Stolperfallen gibt, die einem Wirtschaftsaufschwung durch den freien Grenzverkehr im Wege stehen könnten.

Ein Unternehmen über mehrere Länder?

Stellen wir uns ein Feinkostunternehmen vor, das – passend zum Thema – transnationale Köstlichkeiten in Foodboxes anbietet, die stadtweit versandt werden können. Das gesunde, aber herzhafte Frühstücksangebot beginnt mit einem osteuropäischen Amaranth-Müsli, heimische Beeren werden getrocknet und beigemischt und mit Honig aus Skandinavien verfeinert. Für das Mittagsangebot gibt es Pasta und in Italien hergestellte Soßen, die mit saisonalem Gemüse angereichert werden. Auch der Espresso danach stammt aus Italien. Für das Abendessen ist der Balkan gefragt – herzhafte Fleischgerichte oder Gemüsespieße nach Schaschlik-Art runden einen harten Arbeitstag ab, und ein Raki, von Arabien bis an die Grenze Österreichs ein beliebter Digestif, vollendet den Genuss.

Spezialisiert man sich also jeden Tag auf mehrere Länderküchen, um spannende Foodboxes anzubieten, braucht man Kontakte. So ein Unternehmen muss vor Fragen der Distribution erst einmal, um authentisch zu sein, Verbindungen zu den einzelnen Ländern knüpfen. Estnischer Honig, ungarische Salami, ein litauisches Käsedessert und bosnischer Kaffee beispielsweise sind großartige Produkte, die ihren Markt in Deutschland finden könnten – sofern man sie effizient anbieten würde!

Um also auf überteuerte Bestelldienste zu verzichten, kann man einzelne Kollegen beauftragen, von bestimmten Bauernhöfen und Winzereien im Ausland Produkte zu besorgen und diese zum Unternehmensstandort zu bringen. Der Schengen-Raum lässt sich hier effektiv nutzen, um spannende Produkte an einem Ort zu konzentrieren und betriebswirtschaftlich geschickt anzubieten.

Was sind die Schwierigkeiten?

Das kleine, aber exquisite Foodbox-Unternehmen steht also auf festen Füßen und profitiert von der offenen Grenzregelung der EU – so soll es laufen! Der freie Warenverkehr kann natürlich nicht nur positiv betrachtet werden. Konkurrenz billiger Arbeitskräfte und die Abwanderung von Fachkräften in ein wohlhabenderes Nachbarland gehören zu den Nachteilen. Für den Schengen-Raum bleibt auch deswegen zu hoffen, dass hier die Wohlstandsverhältnisse angleichen werden!

Comments are closed.