Straßen in Osteuropa – ein herrliches Fahrvergnügen

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Wenn man viel mit dem Auto unterwegs ist und auch gerne nach Osteuropa reist, spürt man oft eine Erleichterung hinter der deutschen Grenze. Das macht stutzig, schließlich galten Länder wie Polen und Tschechien kurz nach dem Zerfall der Sowjetunion als unmoderne Platzhalter alter Autobahnen aus dem Zweiten Weltkrieg. Doch daran hat sich viel geändert.

Nationale und supranationale Entwicklungen

In Deutschland versinkt man oft im Stau. Stundenlang steht man vor den Toren einer Großstadt und wird von dem eigenen Navi mit immerzu neuen Hiobsbotschaften vertröstet. Teilweise ist der Weg aus dem Berliner Umland beschwerlicher als die eigentliche Fahrt nach Leipzig, Rostock oder Dresden. Das nervt und geht zulasten von (Arbeits-)Zeit und Umwelt. Doch befindet man sich in Polen, dem Baltikum oder Ungarn, sieht die Welt anders aus: Sauberer Asphalt, angenehm zu befahren und großzügig angelegt, erwartet einen, und plötzlich macht Autofahren wieder Spaß! Wie kommt das?

Die EU hat einen gewaltigen Fördertopf für wirtschaftliche und ökologische Verbesserung in anderen Ländern. Oft sieht man in Osteuropa neben neuen Straßen das EU-Schild und die stolze Ankündigung, dass man nur wegen der Förderung der Union so gut fahren könne. Natürlich ist das eine PR-Aktion für die Vorzüge einer EU-Mitgliedschaft, vor allem in den eher konservativen Visegradstaaten. Und nicht alle Fördergelder der EU sind gut angelegt, wie zum Beispiel in Afrika, wo Investitionen oft im Sand versickern.

Doch muss man der EU lassen, in Osteuropa ganze Arbeit geleistet zu haben. Pendler kommen deutlich schneller an ihr Ziel, kleine Dörfer, die während der sowjetischen Besatzung noch unerreichbar waren, haben nun eine gute Anbindung an Städte, kleine Unternehmen und Start-ups können auch auf dem Land ihr Geschäft aufnehmen – was mit der Digitalisierung nicht zu machen ist, wird mit einem schnellen Besuch in der nächstgelegenen Stadt abgewickelt.

Durch die Regelungen des Schengenraums kann man von Berlin beispielsweise in fünfzehn Stunden an die Grenze Europas in Estland reisen und auf dem Weg die schönsten Seiten des Baltikums kennenlernen. Ein echter Gewinn!

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