Die Bedeutung von Straßen im Alten Rom

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Beschäftigt man sich mit der Geschichte des alten Roms, wird man schnell mit altbekannten Fakten konfrontiert: Große Feldherren wie Caesar und Octavian hätten, machtstrategisch kalkulierend, in kühnen Aktionen fremde Imperien unterjocht. Neuartige Heerstrategien wie die der Schildkrötenformation und der Aufteilung der Armee in Infanterie und Kavallerie seien ein Hauptgrund dafür gewesen, dass fremde Mächte unvorbereitet getroffen und von den Römern gnadenlos vernichtet wurden. Doch ist es wirklich so einfach? Was hat es mit den großen Siegen der Geschichte auf sich? Die Antwort fällt simpel aus, ist aber immer noch von bestechender Aktualität: Eine starke Infrastruktur kann alte Imperien stürzen und neue bilden.

Die Straße Roms

Alle Wege führen nach Rom, besagt ein altes Sprichwort. Tatsächlich gingen von dem Stadtstaat Rom alle Straßen aus, erst ins restliche Italien, dann tief nach Europa hinein. Durch die Erfindung des Caementorum, einer frühen Art des Zements, konnten Wege und Gebäude in atemberaubender Geschwindigkeit hochgezogen werden. Rom stieg deshalb zur Seemacht auf, weil es zuvor eine Landmacht geworden war. Auch wenn alle nichtlatinischen Stämme in ihrer Gesamtheit mehr Anhänger hatten als Rom, konnten römische Legionen blitzschnell agieren und fremde Ortschaften mit effektiven Angriffen überrennen.

Diese Straßen überstanden das Imperium Romanum. So kam es, dass sich das Christentum, eine Religion, die zuvor nur mühsam Anhänger in Palästina und Griechenland gefunden hatte, durch einige wenige Römer auf der gesamten italischen Halbinsel verbreitet werden und bis zu den Alpen getragen werden konnte. Frühe Klöster wie Monte Casino zeugen noch heute davon. Von hier aus breitete sich das Christentum dann gemächlich über ganz Europa aus.

Und noch heute zeigt sich die altehrwürdige Infrastruktur Italiens von seiner besten Seite. Der wirtschaftliche Austausch mit der Schweiz und Österreich, ferner Deutschland und Frankreich trägt bis heute Früchte. Grundlage hierfür bildet die jahrhundertealte Bestrebung, die massiven Alpen zu durchqueren und ein effektives Handelsnetz zu begründen. Diese gute Anbindung dürfte bis heute einen wichtiger Pfeiler der innereuropäischen Freundschaft ausmachen.

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