„Recht verhindert Transit-Stopp“; Ausbau Landkreis informiert rund 100 Besucher über Planungsstand für E 233

Nordwest-Zeitung
16. April 2011
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Die Polizei hat auf Betreiben von Anlieger Günter Knobloch die Geschwindigkeit auf der B 213 gemessen. Die Begrenzung nachts greift noch nicht.

Von Theo Hinrichs Und Reiner Kramer

Cloppenburg - 5000 Lkw pro Tag rattern im Bereich Stapelfeld über die E 233 – Daten, die bei der vierten Informationsveranstaltung über den geplanten Ausbau der E 233 des Landkreises – diesmal im Cloppenburger Rathaus – für Kontroversen sorgten. Dabei handele es sich überwiegend um Transitverkehr, machten Kritiker deutlich. Landrat Hans Eveslage hingegen berief sich auf Zählungen, nach denen viele Lastwagen Betriebe im Kreis anfahren, die zum Teil direkt an der Bundesstraße lägen. „Wir leben erfreulicherweise in einer wirtschaftlich wachsenden Region.“

Der Landrat verwies auch auf die Verkehrswirtschaftlichkeitsprüfung, in dem für einen vierstreifigen Ausbau plädiert werde. „Wir haben großes Interesse daran, dass dieses wichtige Projekt rechtzeitig bei den Bürgern angesprochen wird“, so der Landrat vor 100 Besuchern.

„Es ist eine Strecke, die von Lkw benutzt wird, die keinen Bock haben Maut zu zahlen“, schimpfte ein Besucher. Um den Transitverkehr zu reduzieren, schlugen Kritiker ein Durchfahrtsverbot für Lkw vor. „Warum ist hier nicht möglich, was in Hessen oder in Ortschaften wie Ahlhorn möglich ist?“, fragten Ausbau-Gegner. Rechtliche Gründe würden das verhindern, entgegnete Eveslage.

Zu Problemen beim Bau der neuen E 233 kann es im Bereich Stapelfeld kommen – das wurde deutlich. Hier grenzen einige Häuser direkt an die Straße. „Wir haben schon Kontakt mit einem Teil der betroffenen Bürgern aufgenommen“, sagte Baudezernent Georg Raue. Weitere Gespräche seien geplant. Dass es zu erheblichen Eingriffen in die Natur und die Landschaft kommt, war allen Beteiligten klar. Johann Viets vom Landkreis gab zu bedenken: „Wir befinden uns noch ganz am Anfang.“

Grünen-Stadtratsmitglied Michael Jäger sprach sich dafür aus, weniger Verkehr auf die Straße zu bringen. Statt Lkw mehr Bahn und Schiff: „Ich bin ein Fan des C-Ports.“ Eveslage konterte: „Der Ausbau des Schienenverkehrs und der Wasserwege kann uns in der aktuellen Situation nicht weiterhelfen.“ Bedenken gegen den Ausbau machte auch Bernd Hinrichsmeyer vom Verkehrs- und Verschönerungsverein für den Cloppenburger Südwesten (VVC) deutlich: Der vermehrte Ausstoß von Schadstoffen könne zu einem erhöhten Krebsrisiko führen.

Beim Thema Lärmschutz betonte der Landrat, dass die Umgehungsstraße Cloppenburg in die Planungen miteinbezogen werde. „Somit haben wir die Möglichkeit, die Lärmbeseitigung auf diese Strecke neu zu planen.“

Ein Thema, zu dem auch Günter Knobloch, Lärm geplagter Anwohner an der Umgehungsstraße in Cloppenburg (die NWZ  berichtet), einiges zu sagen hatte. Um den Lärm auf der Höhe Potsdamer Straße einzudämmen, war in einem Gespräch im Oktober 2010 zwischen Knobloch, den Landtagsabgeordneten Clemens gr. Macke, Karl-Heinz Bley, Vertretern der Stadtverwaltung und des Landesamtes für Straßenbau in Lingen vereinbart worden, eine Geschwindigkeitsmessung durchzuführen. Die Ergebnisse seien ihm erst am Freitag zuschickt worden – einen Tag nach der Infoveranstaltung, ärgert sich Knobloch.

Die Überprüfung hatte die Polizei für die Stadt am 2. Februar übernommen – das Ergebnis: Zwischen 18 und 22 Uhr wurden 316 Lkw aufgenommen, bei keinem von ihnen sei eine Geschwindigkeit von mehr als 95 km/h festgestellt worden, teilte die Stadtverwaltung mit. 85 Prozent fuhren im Schnitt 89,5 km/h. Damit liege das Geschwindigkeitsniveau „weit unterhalb dessen“, was Knobloch beobachtet habe. Gezeigt hat die Messung allerdings, dass die Geschwindigkeitsbegrenzung auf 100 km/h zwischen 20 und 6 Uhr (noch) nicht greift: 85 Prozent der 227 Pkw, die zwischen 20 und 22 Uhr dort unterwegs waren, fuhren im Schnitt 124,5 km/h.

 

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