Planer diskutieren mit Bürgern den Ausbau der Europastraße 233 bei Bokeloh

Meppener Tagespost
04. Mai 2012
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Meppen. Die Planungen des Ausbaus der Europastraße 233 zwischen Meppen-Dürenkämpe und Bokeloh gestalten sich schwieriger, als die Beteiligten zunächst erwartet hatten. Deshalb wurden jetzt den Anwohnern acht Varianten für den Ausbau vorgestellt, deren Vor- und Nachteile in den kommenden Monaten geprüft werden sollen.

Dirk Kopmeyer, Dezernent des Landkreises Emsland, erläuterte zunächst die Grundlagen der Ausbauplanung. Im Rahmen der Vorplanung werden jetzt Trassenvarianten untersucht, wobei man Anregungen aus der Bevölkerung aufnehmen und einarbeiten will, bevor in einer zweiten öffentlichen Veranstaltung der Planungsstand erneut vorgestellt wird. Ziel sei es, eine möglichst große Akzeptanz der künftigen Linienführung zu erreichen.

Detlev Thieke, Leiter des Fachbereichs Straßenbau beim Landkreis Emsland, stellte die acht Trassenvarianten vor. Zwei halten sich eng an die vorhandene Straße. Hier bestehe das Problem, dass die rund um die Siedlung Dürenkämpe führende Kurve nach den Vorgaben des Bundes zu eng sei. Deshalb gibt es zwei Varianten, die einen mehr oder weniger großen Bogen nach Süden vorbei an Bokeloh vorsehen. Vier Varianten mit leichten Unterschieden verlaufen in einem Korridor nördlich der Siedlung Dürenkämpe. Je nachdem, welche Variante bevorzugt werde, gestalte sich auch die Anschlussstelle Bokeloh. Bewertungskriterien seien die verkehrlichen Aspekte, Kosten und Wirtschaftlichkeit, Eingriffe in die Land- und Forstwirtschaft, die Umwelt und nicht zuletzt das „Schutzgut Mensch“. Aufgrund der Vorgaben sei der Wunsch nach einer Anschlussstelle Dürenkämpe wohl nicht zu verwirklichen. Hoch bewertet werde das Thema Lärmschutz, betonte Thieke.

Nordumgehung Bokeloh

In der Diskussion stießen die Südvarianten bei den Bokelohern auf Ablehnung. Einige forderten sogar eine ganz neue Trasse nördlich des Gewerbegebiets Greco-straße. Kopmeyer dämpfte diese Erwartung. Aufgrund der planerischen Vorgaben des Bundes sei es extrem unwahrscheinlich, dass es zu einer kompletten Neuverlegung der Trasse zwischen Dürenkämpe und Dörgenerfeld komme.

Insbesondere Einwohner der Siedlung Dürenkämpe diskutierten die nördliche oder südliche Umfahrung. Bei ausreichendem Lärmschutz seien die Nordvarianten günstiger, da man dann nicht vom Stadtgebiet abgeschnitten werde. Kopmeyer bestätigte dies, zudem könne die jetzige Bundesstraße zu einem Teil des Ersatzwegenetzes für den Nahverkehr umfunktioniert werden.

Als wesentliche Sorge stellte sich der Lärmschutz heraus. Kopmeyer verwies auf einschlägige Regelungen des Bundes, die beim Ausbau der Straße angewandt werden, es werde ermittelt, was erforderlich sei. Meppens Bürgermeister Jan Erik Bohling sieht hier den Bund in der Pflicht, für einen ausreichenden Schutz zu sorgen. Wichtig seien auch die Anbindung der Stadt an die Straße und ein ausreichendes Ersatzwegenetz. Thieke sagte, dass die Planer beim Thema Lärmschutz gesprächsbereit seien. Zunächst gelte es aber die günstigste Trassenvariante zu ermitteln, dann könne man den Lärmschutz diskutieren.

Einige Diskussionsteilnehmer forderten einen Verzicht auf den Ausbau, eine Sperrung für den Lkw-Transitverkehr und eine Lkw-Maut. Kopmeyer sagte, dass die Entscheidung für einen Ausbau bereits gefallen sei, Land und Bund hielten ihn für notwendig. Tieke erklärte, dass die Straße wegen ihrer Bedeutung für den Transitverkehr als Europastraße eingestuft wurde. Eine Umleitung würde erhebliche Kosten verursachen. Verkehrszählungen hätten außerdem gezeigt, dass der Großteil des Lkw-Verkehrs einen Bezug zur Region habe. Zudem habe die Bundesregierung bereits den Weg für eine Mauterhebung auf dem vierstreifigen Teilstück der E 233 zwischen Meppen und der Grenze bei Hebelermeer frei gemacht.

Kopmeyer schlug vor, dass sich aus der Bevölkerung Arbeitsgruppen bilden, die mit den Planern die Vor- und Nachteile der gezeigten Streckenvarianten diskutieren, außerdem das Thema Lärmschutz einbringen. Im Sommer wollen dann die Planer konkretere Vorschläge in einer weiteren Bürgerversammlung vorstellen.

 

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