Loher Bürger strikt gegen Nordtrasse

Meppener Tagespost
01. April 2011
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Ärger um vierspurige E 233

Haselünne. „Nordtrasse – nein danke!“. Mit einem großen Schild am Straßenrand machen die Bürger aus Lohe ihrem Unmut über eine mögliche Nordtrasse der Europastraße 233 (B 402) Luft.
Nach Erkenntnissen der Bürgerinitiative Lohe soll die geplante vierspurige Schnellstraße zukünftig ihr Dorf komplett durchschneiden. Sie schlagen deshalb eine „Alternativtrasse“ vor.

Für eine Demonstration ist jetzt „ganz Lohe“ auf den Beinen gewesen. Mit Transparenten und Spruchbändern mit Aufschriften wie „Die Nordschleife gehört zum Nürburgring“ oder „Zerstört nicht unser Dorf!“ wiesen Groß und Klein auf den Ernst der Lage hin. Auch Norbert Landwehr lebt in dem Dorf der Stadt Haselünne. Er beklagt besonders die fehlende Öffentlichkeitsarbeit des Landkreises Emsland: „Dabei hat Landrat Hermann Bröring den Bürgern Informationsveranstaltungen versprochen.“
Im Namen der Bürgerinitiative sagte Hans-Georg Messerschmidt, dass „wir bis Oktober 2010 von einer Trassenführung südlich der berühmten Schleper-Kurve ausgingen“. Im November habe der Landkreis dann jedoch eine nördliche Trasse ins Spiel gebracht. Diese stößt bei den Loher Bürgern auf massiven Widerstand.
So würde die neue Trasse Fauna und Flora wesentlich stärker in Mitleidenschaft ziehen. Die Nordvariante zerstöre „einzigartigen Lebensraum“ zwischen der Alten Sögeler Landstraße und dem Gehöft von Mechthild Jansen. Hier befänden sich „meterhohe Ameisenhaufen, wunderschöne Ilex-Bestände sowie Lebensräume für Biber und Fischotter“.
Außer dem Gehöft Jansen müssten für die Südtangente aber auch weitere landwirtschaftliche Betriebe sowie Wohnhäuser an der Alten Sögeler Straße weichen. Andreas Altevers hat erst vor acht Jahren sein neues Wohnhaus an das Elternhaus angebaut. „Beide Häuser müssten abgerissen werden“, befürchtet er.
Aber auch die Alte Sögeler Landstraße mit ihrem Alleecharakter würde „kräftig gestutzt“. Nach Informationen der Bürger soll sie eine „riesige Rampe und Brücke“ erhalten, die über die vierspurige Europastraße führt. Hierin sehen die Loher die Gefahr, dass sie die wichtigen Einrichtungen für ein Dorfleben wie Sportplatz (Ortschaft Lahre) oder Jugendheim und Schützenhalle (Schleper) nur unter erschwerten Bedingungen erreichen können. Gerade für Kinder und Menschen mit Behinderungen stelle eine Brücke ein echtes Hindernis dar. Die Loher haben sogar selbst eine Alternativtrasse skizziert. Nach Überquerung der Mittelradde würde die „Autobahn“ weiter nördlich verlaufen und dann südöstlich des Gehöftes Jansen in die geplante Nordvariante münden.
Weniger Verkehrslärm
Nach Angaben der Bürgerinitiative würde bei dieser Streckenführung das FFH-Schutzgebiet am „geringsten berührt“. Auch das „Lahrer Moor“ würde besser geschützt. Zudem bliebe die Allee der Alten Sögeler Landstraße erhalten. „Unsere modifizierte Südvariante“ verringert zudem die Lärmbelästigung für die meisten Anlieger der Ortsteile Dörgen, Lohe, Lahre und Schleper“, so Messerschmidt als Sprecher der Bürgerinitiative.
Unterdessen teilte der Landkreis als Planfeststellungsbehörde auf Anfrage mit, dass es sich um „eine Entwurfsplanung“ handele. Das Planungsverfahren sehe vor, mehrere Varianten zu prüfen. Dies geschehe zurzeit. Welche Trasse umgesetzt werde, sei noch völlig offen. Eine Entscheidung darüber sei noch nicht gefallen.
Die Kreisverwaltung betont weiter, dass sich am 22. Oktober 2010 Vertreter der Bürgerinitiative Lohe im Meppener Kreishaus im Gespräch mit dem Kreisbauamt über den Sachstand informiert hätten. Landrat Hermann Bröring habe am 5. Oktober 2010 auf einer öffentlichen Sitzung des CDU-Stadtverbandes Haselünne referiert. Am 1. Dezember 2010 habe eine Infoveranstaltung in Herzlake stattgefunden.
Auch habe die Meppener Tagespost „ausführlich über zwei Sitzungen des Begleitausschusses E 233 (Aktionsbündnis E 233) in Haselünne und Lastrup“ berichtet. Zudem sei eine weitere öffentliche Informationsveranstaltung in Meppen geplant. Der Termin werde über die Presse rechtzeitig mitgeteilt.

 

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