„Lkw-Durchfahrtverbot nicht zulässig“; Laut Kreisverwaltung keine Mautausweichstrecke – Verkehr um zwei Prozent gestiegen

Nordwest Zeitung Online
15. Dezember 2012
zurück

Die E 233 würde nur zu etwa 30 Prozent von Durchgangsverkehr genutzt. Ein Verbot hätte zudem erhebliche Nachteile für die regionale Wirtschaft.

Von Reiner Kramer

Durchfahrtverbot E233.jpg
Nach Angaben der Kreises ist der Schwerverkehr auf der E 233 jährlich um durchschnittlich zehn Prozent gestiegen, nach Einführung der Maut nur wenig stärker. (Bild: Archiv/Kreis)

Cloppenburg - Ein Durchfahrtverbot für Lastwagen mit einem zulässigen Gesamtgewicht über zwölf Tonnen ist auf der E 233 rechtlich nicht zulässig. Dies ist das Ergebnis einer Prüfung durch die Landkreise Cloppenburg und Emsland, das Leitender Baudirektor Georg Raue nach Mitteilung der Kreisverwaltung Cloppenburg in der jüngsten Sitzung des Verkehrsausschusses vorstellte. Die E 233 sei keine Mautausweichstrecke, so Raue. Ein Durchfahrtverbot würde einen erheblichen Schaden für die Wirtschaft in der Region darstellen.

Der Großteil des Schwerverkehrs auf der E 233 sei nicht auf der Durchfahrt aus den Räumen Rotterdam, Amsterdam, Antwerpen, Skandinavien, sondern Binnenverkehr aus dem Raum des Städterings Zwolle-Emsland, führte Raue aus. Alle Städte und Gemeinden entlang der E 233 zwischen Zwolle und Cloppenburg sind Mitglieder im Städtering.

Nur 1100 Lastwagen

Der Wirtschaftsverkehr sei seit 2003 kontinuierlich gewachsen, zeige die vom Land eingerichtete ständige Verkehrszählstelle bei Hebelermeer. Ein Teil davon sei zwar auch Durchgangsverkehr – mehrere Gutachten gingen aber von „lediglich“ 30 Prozent des Gesamtschwerverkehrs über zwölf Tonnen aus – rund 1100 Lastwagen am Tag. Diese Zahl liege weit unterhalb der von Ausbau-Kritikern angenommenen Zahlen von 4000 bis 8000 Lkw pro Tag. Nach Einführung der Maut seien der Schwerlastverkehr zwar zunächst stark angestiegen, hätten sich aber dann wieder deutlich zurückentwickelt.

Um ein Durchfahrtverbot durchzusetzen, müsste aber der Nachweis erbracht werden, dass zusätzlicher Verkehr seit Mauteinführung die Strecke belaste und dieser erheblichen zusätzlichen Lärm verursache. Zudem muss der Nachweis geführt werden, dass statt der Strecke Autobahnen als Alternativen genutzt werden könnten.

Nach den Daten der Zählstelle Hebelermeer sei der gesamte Schwerverkehr von 2003 bis 2008 jährlich durchschnittlich um zehn Prozent gestiegen. Im Jahr der Mauteinführung waren es zwei Prozent mehr – „kein signifikanter Anstieg“, so Raue. Zusätzliche Lärmbelastungen von – geforderten – mehr als drei Dezibel würde nach wissenschaftlich/technischen Erkenntnissen eine Verdoppelung des Verkehrs bedeuten. Auch dieses Kriterium sei bei einem Anstieg um zwei Prozent bei weitem nicht erfüllt.

Als Alternativen kämen nur Strecken über die A 31 / A 28 und über die A 31 / A 30 / A 1 in Frage, die seien aber – so Raue – 40 bzw. 77 Kilometer länger. Sollte eine Maut eingeführt werden, würde vor allem der regionale Verkehr somit ins untergeordnete Straßennetz ausweichen – das ist nicht erlaubt. „Auch das letzte der drei Kriterien, von denen jedes einzelne zur Anordnung eines Durchfahrtverbots hätte erfüllt sein müssen, ist nicht erfüllt“, so der Kreis.

Auf Nachfrage eines Kreistagsabgeordneten stellte Baudirektor Raue klar, dass im Falle eines Durchfahrtsverbots jeder Lkw mit mehr als zwölf Tonnen zulässigen Gesamtgewichts die E 233 nicht mehr befahren dürfe – also der Transit- und der Regionalschwerverkehr. Ausnahmen bildeten lediglich Lkw, die auf von der E 233 erschlossenen Grundstücken abfahren, Güterkraftverkehr im Umkreis von 75 Kilometern vom ersten Beladungsort und Sonderfahrzeuge wie Feuerwehr, THW oder Busverkehr.

75 Kilometer Radius

Wenn Grundstücke aber auch anderweitig erschlossen seien, dürften die Schwerverkehre die E 233 nach den Vorschriften der Straßenverkehrsordnung nicht benutzen. Im Klartext: Ein Futtermittelhändler aus Löningen darf seinen Kunden in Emmen über die E 233 beliefern, da das Fahrziel im Umkreis von 75 km vom ersten Beladungsort liegt. Aber ein Lkw eines der großen, auch überregional tätigen Unternehmen aus Löningen, der nach Rotterdam, Antwerpen oder nach Bremen fährt, dürfte die E 233 nicht mehr benutzen.

Zur Nordwest Zeitung
Pressemitteilung des Landkreises Cloppenburg

 

Natürlich können auch Sie uns und die E233 unterstützen!

Da es verschiedene Modelle der Unterstützung gibt, die wir Ihnen gern präsentieren möchten, hinterlassen Sie hier gern Ihren Unternehmensnamen und Ihre E-Mailadresse.

Wir werden umgehend mit ihnen Kontakt aufnehmen.


Mit * gekennzeichnete Felder müssen ausgefüllt werden.

Unterstützer

Aktuelles

» ältere Artikel finden Sie im Archiv

Presseberichte

» ältere Artikel finden Sie im Archiv