Förderverein „Pro E233“ startet Kampagne

Meppener Tagespost
17. August 2017
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Haselünne - Der im Mai gegründete Förderverein „Pro E 233“ hat in Haselünne seine ersten Aktivitäten und ein Kommunikationskonzept vorgestellt. Darin gehe es um vier wesentliche Argumente für den vierspurigen Ausbau, sagte Vorstandsvorsitzender Dieter Barlage.

Der Unternehmer Bernard Krone, dessen Marketingabteilung bei der Erarbeitung des Konzeptes beteiligt war, geht davon aus, dass der Straßenausbau Arbeitsplätze schaffe. Für das Krone-Fahrzeugwerk in Herzlake entstünden beispielsweise gerade 30 neue. „Die Standortentscheidung ist maßgeblich mit dem geplanten Ausbau begründet“, sagte Krone. So wie der Lückenschluss der A 31 einen entscheidenden Impuls für die Wirtschaft im Emsland gegeben habe, werde es auch beim Ausbau der E 233 sein. Auch könne dem drohenden Fachkräftemangel besser begegnet werden, da Pendler einfacher ins Emsland gelangen könnten.

300 Unfälle pro Jahr

Klaus Mecking, zweiter Vorsitzender des Fördervereins aus Löningen, ergänzte: „Der Ausbau schafft Verbindungen.“ Er gewährleiste einen schnellen und reibungslosen Verkehrs- und Warenfluss. Dieser sei derzeit nicht gegeben, auch wenn die Lkw in der Praxis durchaus schneller unterwegs seien als mit den erlaubten 60 km/h. Dennoch sei die Diskrepanz zu den 100 km/h, die ein Pkw fahren dürfe, so groß, dass ein erheblicher Überholdruck entstehe.

Dieser sei auch mit verantwortlich dafür, dass es pro Jahr bis zu 300 Unfälle gebe, sagte Spediteur Ulrich Boll, der auch im Vorstand des Fördervereins mitwirkt. „In den vergangenen drei Jahren kamen auf der Strecke neun Menschen ums Leben, 200 wurden verletzt. Der Ausbau der E233 schafft dagegen Verkehrssicherheit, weil Kreuzungen wegfallen und das Überholen sicher wird.“ Außerdem widersprach Boll einem Hauptargument der Ausbaukritiker: „Mitte 2018 werden alle Bundesstraßen mautpflichtig, egal, ob zwei- oder vierspurig. Dann wird auch die E233 die Spediteure Geld kosten ,und das Aufkommen an Lkw wird dennoch nicht sinken. Ganz einfach, weil die Trasse die kürzeste Verbindung zwischen den Benelux-Staaten und Skandinavien darstellt.“

Schließlich berichtete der Trainer des SV Meppen, Christian Neidhart, über seine Erfahrungen als Pendler. Sein Argument: „Der Ausbau schafft Freizeit.“ Denn bei seinen bis zu sieben Fahrten pro Woche vom Wohnort Cloppenburg nach Meppen wisse er nie, was passieren werde. „Oft gibt es Unfälle, und die Strecke ist gesperrt.“ Der Verein „Pro E233“ habe errechnet, dass Pkw und Lkw auf der 84 Kilometer langen Strecke nach einem Ausbau 20 Minuten einsparen könnten.

Fertigstellung 2030?

Maria Borgmann, ebenfalls im Vorstand des Fördervereins, setzt auf eine Fertigstellung der Straße im Jahr 2030. Dafür werde sich
der Verein einsetzen,
unter anderem mit einer Internetseite www.pro-e233.de oder mit Plakaten an der Strecke. Es gehe darum, den konstruktiven Dialog zu fördern und sich auch bei der Politik für die Straße einzusetzen.

Dirk Kopmeyer, beim Landkreis Emsland als Kreisbaurat für die Planung des Ausbaus verantwortlich, berichtete, derzeit liege für die Abschnitte 1,3,4,6 und 8 der sogenannte „gesehen“-Vermerk des Bundesverkehrsministeriums vor. Das bedeute, dass die Planungen für gut befunden worden seien. Er gehe davon aus, dass der Abschnitt 1 zwischen der A31 und Meppen zum Jahreswechsel ins Planfeststellungsverfahren gehen werde. Das werde mindestens zwei Jahre in Anspruch nehmen. Einen Termin für einen ersten Spatenstich wollte er nicht nennen. Das sei seriös nicht möglich, da das Verfahren noch durchzuführen sei.

Ulrich Boll betonte, dem Verein gehe es darum, öffentlich eine gut wahrnehmbare Pro-Position zum Ausbau einzunehmen. „Wir haben zuletzt fast nur noch die Gegner des Ausbaus vernommen und wollen deutlich machen, dass die Sachargumente für den Ausbau sprechen.“

Quelle: Meppener Tagespost

 

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