E233 „ein Riesenerfolg“ für die Region

Meppener Tagespost
17. März 2016
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Auch die Ortsumgehungen Bawinkel und Emmeln sowie die B 213 bei Lohne im Bundesverkehrswegeplan

Gleich vier Projekte aus der Region sind in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen worden – allen voran der Ausbau der Europastraße 233 zwischen Meppen und Cloppenburg.

Meppen/Berlin - Aber auch die beiden Ortsumgehungen für Haren/Emmeln und Bawinkel sowie die Verlegung der B 213 in Lohne (Wietmarschen) haben den Sprung geschafft.

In allen drei Fällen will der Bund sogar die Finanzierung übernehmen, während für den Ausbau der 84 Kilometer langen Europastraße 233 weiterhin eine private Finanzierung favorisiert wird. Die letzten Kostenschätzungen gehen von 719 Millionen Euro aus. Obgleich die Trasse bei der Kosten-Nutzen-Bewertung mit nur 2,2 relativ schlecht abschnitt, erhielt sie das Prädikat „Vordringlicher Bedarf“. Zum Vergleich: Haren/Emmeln und Lohne erhielten den Faktor 10 und Bawinkel 5,9.

„Wir fühlen uns bestätigt“, sagt Landrat Reinhard Winter auf Anfrage. Er dankte insbesondere Enak Ferlemann, parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, für sein Engagement in Sachen Europastraße. Der Plan weise als Projekt mit vordringlichem Bedarf den vierspurigen Ausbau der Europastraße 233 aus. Damit rücke ein bedarfsgerechter und verkehrssicherer Ausbau dieser wichtigen Verkehrsader in greifbare Nähe. „Die Einstufung der E 233 als Projekt mit hoher Priorität macht deutlich, dass der Bund die Bedeutung des Ausbaus für die hiesige Wirtschaft und die Notwendigkeit für einen sicheren und zügigen Verkehrsfluss erkannt hat“, betonte Winter.

Durch die hohe Prioritätseinstufung bestehe die reelle Chance auf eine Realisierung der Maßnahmen in den kommenden 15 Jahren. „Das haben wir jetzt schwarz auf weiß, und wir werden von unserer Seite alles tun, um die Planungen weiterhin schnell voranzutreiben“, sagte der Landrat. „Dass das Emsland sich mit drei Maßnahmen des Straßenbaus und zwei Maßnahmen für Wasserstraßen (Anpassung der Nordstrecke des Dortmund-Ems-Kanals und des Küstenkanals) platzieren konnte, ist ein sehr erfreuliches Ergebnis“, so Winter.

Sechser im Lotto

Zahlreiche Politiker der CDU und SPD begrüßten ebenfalls die Priorisierung für die E 233. Für die SPD-Bundestagsabgeordnete Daniela De Ridder sind „Ausbau der E 233 sowie die Ortsumgehung Bawinkel besonders dringende Projekte, die nun mit hoher Priorität eingestuft wurden“. Darüber hinaus freute sich die SPD-Bundestagsabgeordnete, dass eine Bürgerbeteiligung zur Weiterentwicklung des Plans am Montag starte.
Sehr euphorisch gab sich der CDU-Bundestagsabgeordnete Albert Stegemann: „Die Aufnahme der Europastraße 233 in den Vordringlichen Bedarf mit Engpassbeseitigung ist ein Riesenerfolg.“ Unzählige Akteure mit dem Landkreis an der Spitze hätten früh Verantwortung übernommen und stünden hinter dem Ausbau. Das zahlt sich nun aus.“

Auch die Aufnahme der Ortsumgehung Bawinkel und der Verlegung der B 213 in Lohne in den Vordringlichen Bedarf ist für den CDU-Politiker „ein Riesenerfolg“, der so nicht zu erwarten gewesen sei. Konkret heißt das, bis 2030 soll mit dem Bau begonnen werden. Für die beiden Gemeinden ist das ein großer Schritt nach vorne“, so Stegemann. Überglücklich reagierte Lengerichs Samtgemeindebürgermeister Matthias Lühn auf die Nachricht, dass die in Bawinkel geplante Ortsumgehung im Bundesverkehrswegeplan in den vordringlichen Bedarf aufgenommen worden ist: „Ich freue mich für alle Beteiligten, die schon im Vorfeld viel Zeit in dieses Projekt investiert haben.“ Die Kommune hatte in die Vorplanungen mit dem Flächennutzungsplanverfahren und der dafür notwendigen Umweltverträglichkeitsprüfung nach Aussage des Verwaltungschefs bereits rund 60 000 Euro investiert. Auch Bawinkels Bürgermeister Adolf Böcker reagierte sehr erfreut über diese Nachricht.
Beim Ausbau des zwölf Millionen Euro teuren Baus einer Ortsumgehung für Haren-Emmeln spricht Bürgermeister Markus Honnigfort „von einem Sechser im Lotto“. Ein Traum werde wahr. „Mit dieser Entscheidung kann ein Jahrhundertprojekt für Haren in Angriff genommen werden“, freute sich die CDU-Bundestagsabgeordnete Gitta Connemann.

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Markus Paschke sagte: „Mit der guten Bewertung wurde ein wichtiges Etappenziel erreicht. Ich werde mich im Deutschen Bundestag dafür einsetzen, dass wir die Ausbaugesetze noch in diesem Jahr verabschieden können. Damit rückt der Baubeginn der drei Kilometer langen Entlastungsstraße in Emmeln für zwölf Millionen Euro in greifbare Nähe.“
Auch die Ortsumgehung Emlichheim soll als weiteres Projekt in der Region gebaut werden.
Der CDU-Landtagsabgeordnete und Landtagspräsident Bernd Busemann zeigte sich ebenfalls „erleichtert über die Aufnahme der E 233: „Das Emsland ist auf den Ausbau dieser überlasteten Strecke dringend angewiesen.“ Er hoffe, dass landespolitische Konstellationen oder örtliche Initiativen eine zügige Planung und den baldigen Baubeginn bei dieser wichtigen Maßnahme nicht behindern können.
Für die IHK Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim äußerte sich Hauptgeschäftsführer Marco Graf: „Der Wirtschaftsraum Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim schneidet beim Entwurf des Bundesverkehrswegeplans insgesamt gut ab. Mit dem vierstreifigen Ausbau der E 233, dem Neubau der fünf Schleusen des Dortmund-Ems-Kanals zwischen Rheine und Lingen sowie dem Ausbau des Küstenkanals sind die für die Wirtschaft besonders wichtigen Großprojekte im vordringlichen Bedarf eingestuft.“

Quelle: Meppener Tagespost