„Ausbau droht ein Milliardengrab zu werden“; BUND kritisiert Informationspolitik in Sachen E 233

Meppener Tagespost
05. März 2013
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pm Meppen - Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) beklagt, dass die Einwohner im Emsland nicht frühzeitig über die Linienführung des geplanten vierspurigen Ausbaus der E 233 informiert worden seien. „Den meisten Einwohnern der betroffenen Landkreise wird erst jetzt bei der Vorstellung der Linienführung bewusst, was dieser vierspurige Ausbau bedeutet“, heißt es in einer Presseerklärung.

Den derzeitigen Stand der Diskussion in der Öffentlichkeit und den schweren Unfall auf dieser Strecke zwischen Bokeloh und Haselünne Mitte Februar (wir berichteten) nimmt die emsländische BUND-Kreisgruppe zum Anlass, folgende Stellungnahme abzugeben: „Mit Sorge verfolgen wir die Bestrebungen vieler Kreispolitiker, der A 31 eine zweite vierspurig ausgebaute Schnellstraße durch das Emsland hinzuzufügen, zumal hier der zweite Schritt vor mindestens zwei möglichen ersten gemacht wird“, so Maria Feige-Osmers von der Kreisgruppe.
Dringend notwendig wäre laut BUND ein Transitverbot, kombiniert mit ausreichenden Kontrollen für durchfahrende Lkw, die häufig, aus den Niederlanden kommend, diese Strecke wählten, um der Mautgebühr zu entgehen. „Unverantwortlich verhalten sich die Kreistagspolitiker, die gegen dieses Verbot gestimmt haben, sodass auf Gebühren in Millionenhöhe verzichtet wird und damit weniger Mittel für dringende Straßenreparaturarbeiten zur Verfügung stehen. Vorrangig ist jedoch das Thema Sicherheit, wie zum Beispiel der letzte Unfall deutlich gezeigt hat“, heißt es in der Presseerklärung.

Bei Fragen nach dem Grund für den Ausbau werde häufig die Verbesserung der Sicherheit angegeben. Ein Transitverbot, so der BUND, würde sofort greifen und die Sicherheit schon jetzt verbessern.
Ein weiterer Schritt vor einer Ausbauplanung müsste die Verbesserung der Zugverbindungen nach Oldenburg und Bremen dahin gehend sein, dass es mehrmals am Tage im Regionalverkehr in beide Richtungen durchgehende Züge gäbe, damit mehr Pkw-Fahrer mit diesen Zielen auf die Schiene umsteigen könnten. Dazu wäre ein endgültiger zweispuriger Ausbau der Bahnstrecken dem Straßenausbau vorzuziehen. Angesichts der Tatsache, dass Erdöl immer knapper und teurer wird, würden künftig mehr Menschen auf den ÖPNV angewiesen sein, und auch der Transport über die Straßen werde aus Kostengründen schrumpfen.

Belastung durch Abgase
Generell, so der BUND, ziehe der Ausbau von Straßen erfahrungsgemäß eine Verkehrszunahme nach sich und belaste damit die Anwohner in der durchfahrenen Region mit noch mehr Abgasen, Feinstaub, Reifen- und Bremsbelag-Abrieb, vor allem Unfällen und Lärm, sodass mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen gerechnet werden müsse. Immer wieder wird von den Befürwortern auf den angeblichen Nutzen des geringeren Abgasausstoßes hingewiesen, weil die Lkw einige Kilometer einsparten. Auf der Gesamtstrecke von Amsterdam bis Bremen handele es sich um eine Verminderung von 13 Kilometern. „Demgegenüber steht der zusätzlich induzierte Verkehr für die Anwohner im Dunstkreis der E 233. Denn von den derzeit vorhandenen 120 Auf- und Abfahrten sollen nur noch
20 übrig bleiben, was zwangsläufig zu weiteren Wegen und mehr Fahrtzeit sowohl für Privatleute als auch Gewerbetreibende und Berufstätige führen wird“, kritisiert der BUND. Hinzu komme, dass landwirtschaftliche Fahrzeuge die E 233 nach dem Ausbau gar nicht mehr befahren dürften. Von einer Verminderung des Ausstoßes an klimaschädlichen Gasen könne also nicht ausgegangen werden.
Unterschiedliche Nutzen-Kosten-Analysen zeigten darüber hinaus, dass der Ausbau eher ein Milliardengrab zu werden drohe.

 

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