„Müssen noch viel miteinander reden“; Landkreis stellt Trassenvarianten der E 233 für Eltern und Flechum vor

Meppener Tagespost
28. Januar 2012
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Haselünne - Das Interesse war groß. Mehr als 200 Bürger kamen am Donnerstagabend zu einer Informationsveranstaltung des Landkreises Emsland in das Haselünner Kolpinghaus, um sich über den geplanten Trassenverlauf der Europastraße 233 für Eltern und Flechum zu informieren. Fazit von Landrat Reinhard Winter dort: „Wir müssen noch viel miteinander reden, was den Feinschliff der Streckenführung angeht.“

Der Kreischef hatte eingangs noch einmal auf die Bedeutung des vierspurigen Ausbaus der E 233 für die Region hingewiesen. Diese zentrale Tangente werde zu Spitzenzeiten von bis zu 50 Prozent Schwerlastverkehr frequentiert. Daraus resultierten für private Reisende wie für die Wirtschaft oft „unverhältnismäßig lange Reisezeiten“. Man habe gut daran getan, aus der Region heraus die Planungen für den Ausbau der Straße voranzubringen.
Orientiert habe man sich dabei weitgehend an der bestehenden Strecke. Allerdings sei an einigen Stellen ein Abweichen davon unvermeidbar.

Dabei würden, wie Kreisbaurat Dirk Kopmeyer näher erläuterte, Aspekte wie freie Geschwindigkeit, Haltesichtweiten, Radien, Abstandsvorgaben für Anschlussstellen, Wirtschaftlichkeit der Maßnahme und unter anderem die Erschließungsfunktion der Straße entsprechend den Vorgaben des Bundes einfließen. Der habe auch in Sachen endgültiger Linienführung das letzte Wort. Dadurch könne es unter Umständen noch zu Abweichungen der Vorplanung des Landkreises kommen. „Wir befinden uns da in einem sehr frühen Stadium, gehen aber davon aus, dass unser Linienentwurf richtig ist“, sagte Kopmeyer.

Die Feinplanung der Variante stellte Fachbereichsleiter Detlev Thieke vor. Die sieht vor, dass die Trasse ab Stadtmark (Höhe Gartencenter Lüske) nach Norden Richtung Eltern verschwenkt. An der Lähdener Straße entsteht ein neuer Knoten, der die E 233 und die B 213/402 für den Verkehr Richtung Lingen/Nordhorn/Osnabrück anbindet. Unmittelbar am neuen Knoten liegt die Fläche, auf der ein neuer Autohof angesiedelt werden soll (hier treffen sich die Bundesstraßen). Da das wertvolle Biotop „Eckelpool“ östlich der Lähdener Straße nicht übermäßig beeinträchtigt werden darf, verschwenkt sich die Trasse etwas nach Süden. Beeinträchtigungen der Wohnbaugebiete gebe es nicht.

Im weiteren Verlauf kreuzt die Trasse das Sportgelände Eltern. Hier wird eine Verlegung der Sportanlagen und des Vereinsheims erforderlich. Im Bereich der Feldstraße sind die Schienen der emsländischen Bahnen mit einem Brückenbauwerk zu queren. An der Zuwegung der Mülldeponie wird die Trasse unmittelbar südlich der heutigen B 402 Richtung Flechum geführt:

Die alte Straße dient der Erschließung der anliegenden Flächen und ermöglicht eine Verkehrsbeziehung zwischen Flechum (für das es keine Anschlussstelle geben wird) und Eltern bis nach Haselünne als örtliche Verkehrsstraße. Zur Erschließung der Ortslage Höven wird die E 233 mit einem Brückenbauwerk gekreuzt. Eine weitere Anbindung des örtlichen Verkehrs erfolgt durch das Industriegebiet Flechum und die K 267 Richtung Holte-Lastrup.

Schleichweg für Lkw
In der Diskussion befürchteten einige Bürger unter anderem, dass die Ortslage Eltern zum Schleichweg für Lkw werden könnte – insbesondere bei Einführung einer Maut-Gebühr. Die Möglichkeit eines kompletten Rückbaus des Ortsteils sah Bürgermeister Werner Schräer nicht. Er versprach jedoch, dass sich „die Stadt Haselünne für Eltern bemühen wird“. Die Bürger rief er generell auf, „frühzeitig miteinander zu reden, damit wir die Dinge gemeinsam voranbringen“. Dazu will der Landkreis unter anderem die Landwirte einbinden und zu entsprechenden Gesprächen einladen.

Verschiedene Fragen weiterer Zuhörer drehten sich unter anderem um ein Ersatzwegenetz, das bei Unfallsituationen auf der E 233 greift, um die Wirtschaftlichkeit zweier Autohöfe kurz hintereinander und um die Zukunft der Eisenbahnstrecke. Klare Ansage des Landrates: Die Emsländische Eisenbahn (EEB) bleibe als Infrastrukturunternehmen bestehen – und damit auch die Bahnstrecke. Alles andere sei Sache der weiteren Planung.

Kommentar der Meppener Tagespost: Feinschliff

Der Trassenverlauf der künftigen E 233 nimmt Formen an. Der Linienentwurf wird konkret, jetzt geht es mehr und mehr an den Feinschliff. Die Interessen jedes Bürgers werden dabei naturgemäß nicht berücksichtigt werden können. Aber, das haben die Abende in Haselünne und in Herzlake gezeigt, die emsländischen Planer suchen den Dialog, versuchen, zu einem tragfähigen Konsens zu kommen und die Bürger durch frühzeitige Information über den jeweiligen Planungsstand einzubeziehen.

Die Veranstaltung in Haselünne verlief erfreulich ruhig und sachlich. Scheinbar können die meisten mit den derzeitigen Planungen für Eltern und Flechum zumindest leben. Wie das in Schleper aussieht, stellt sich in der kommenden Woche heraus. Dann wird sich zeigen, ob der Landkreis hier zu einer völlig neuen Variante gekommen ist. Die verlangten zahlreiche Bürger massiv bei einer Infoveranstaltung im letzten Sommer.

 

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