Emsländer und Niederländer wollen zusammenwachsen

Meppener Tagespost
06. September 2018
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Meppen -

Eins hat das Treffen von Politikern aus dem Emsland sowie den niederländischen Provinzen Drenthe und Groningen in Meppen gezeigt: Trotz vieler Gemeinsamkeiten gibt es auch noch viele Differenzen zwischen den Regionen.

Hintergrund des Treffens war die Deutschland-Agenda der Provinz Drenthe. Wie Delegationsleiter Harm Henk Veldsema im Meppener Kreishaus sagte, steht sie unter der Maxime: "Menschen verbinden - zusammen wachsen."

Dabei wies der Politiker der ChristenUnie darauf hin, dass es bereits eine "intensive und erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Behörden aber auch Firmen und Bürgern gibt". Ziel müsse es aber trotzdem sein, weitere Grenzbarrieren abzubauen. Er sei froh, dass dies erklärter Wille der niederländischen Regierung in Den Haag aber auch der niedersächsischen Landesregierung in Hannover sei. Eine zentrale Aufgabe sei der gemeinsame Ausbau der "nachhaltigen Energien" mit grenzüberschreitenden Projekten.

Unterschiedliche Systeme

Als langjähriger Geschäftsführer der Ems Dollart Region (EDR) wies Hermann Wessels "auf die Herausforderungen hin, die unterschiedlichen Partner für gemeinsame Projekte an einen Tisch" zu holen. Das dies aber trotz differierender Verwaltungssysteme durchaus gelingen kann, zeige der Naturpark Bourtanger Moor Bargerveen. Zuvor hatte Ilona Heijen (EDR) die unterschiedlichen kommunalpolitischen Strukturen erläutert. So sind Zuständigkeiten wie Wasserwirtschaft, Umwelt oder Schulsystem sehr unterschiedlich organisiert.

Viele Hindernisse

Wessels nannte ein weiteres Problem, das das Verbindende schwächt. "Die Anerkennung von Berufsabschlüssen muss verbessert werden." Manchmal scheitere die Jobsuche jenseits der jeweiligen Grenze schlichtweg am Übersetzen des Berufsdokumentes. Landrat Reinhard Winter nannte einen weiteren Aspekt: "Das Öffnen des Arbeitsmarktes wird durch unterschiedliche Sozial- und Rentensysteme erschwert." Zudem gebe es unterschiedliche Ausbildungssysteme. Während beim Lernen eines Berufes in den Niederlanden der schulische/akademische Aspekt überwiegt, dominiere in Deutschland der Praxisbezug.

Stolz auf Erfolge

Etwas neidisch schaute Harm Henk Veldsema auf das emsländische Selbstbwusstsein: "Wir sind in Drenthe toll, aber wir reden zu wenig darüber." Winter stellte klar, dass die Emsländer mit ihren Taten zwar nicht angeben, aber "durchaus stolz auf ihre Erfolge sind".

Gute Autobahnen

Ein Thema des Netzwerktreffens war die verkehrliche Infrastruktur. Hier gestand Winter ein: "Wir fahren gerne über die niederländischen Autobahnen." So sei die E 233 auf niederländischer Seite längst als Autobahn vierspurige ausgebaut. "Hier bei uns im Emsland ist das eine höllische Strecke." Gerade das An- und Abfahren der Lastwagen an den Ampeln führe zu enormen Umweltbelastungen.

Nadelöhr Friesenbrücke

Ein weiteres Thema war die "Wunderline" zwischen Amsterdam und Bremen. Die von den Niederländern vorangetriebenen schnelle Bahnverbindung scheitert an der zerstörten Friesenbrücke über die Ems bei Weener. "Wir hoffen, dass wir das Nadelöhr 2024 schließen können", sagte Landrat Winter. Für die Niederländer ist diese Wartezeit zu lang. Im Namen der VVD-Partei sagte Laura Dijkstra aus der Provinz Groningen: "Wir würden für eine schnelle Bahnstrecke sofort 100 Millionen Euro bereitstellen." Wie bei der E 233 warteten die Niederländer hier auf den Lückenschluss in Deutschland.

Quelle: Meppener Tagespost

 

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