Bürger befürchten mehr Verkehr in den Dörfern

Münsterländische Tageszeitung
14. Januar 2012
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Auf ausgebauter E 233 dürften die meisten Traktoren nicht fahren

Von Heinrich Kaiser

Kreis Cloppenburg – Der Landkreis Cloppenburg hat offenbar Probleme, an die nötigen Flächen für den geplanten Ausbau der Europastraße 233 zu kommen. „Die Verkaufsbereitschaft der Bauern tendiert gegen Null,“ sagte der Leiter Fachgruppe Ländliche Entwicklung bei der Landwirtschaftskammer in Cloppenburg, Dr. Bernhard Rump, am Donnerstagabend während einer Info-Veranstaltung im Cloppenburger Kreishaus.

Laut Rump werden für den Bau der Straße allein im Planungsabschnitt 6, also zwischen Stapelfeld und Lastrup-Ost, zirka 130 bis 140 Hektar Land gebraucht. Betroffen seien aber 100 Eigentümer von zusammen 500 Hektar Ackerflächen, die durch die neue Straße zerschnitten würden. Dafür seien Ausgleichs- bzw. Tauschflächen nötig. „Ohne diese Ausgleichsfläche geht gar nichts“, sagte Rump. Aber bislang habe es nur vereinzelt Bauern gegeben, die Verkaufsbereitschaft signalisiert oder schon verkauft hätten. „Der Bedarf an Ackerflächen ist groß. An Geld ist niemand interessiert“, sagte der promovierte Agrar-Ingenieur.

Eine Unternehmens-Flurbereinigung, die im Extremfall sogar Enteignungen von Flächen zur Folge haben könne, wäre im Fall der Umsetzung der Pläne unumgänglich. „Aber ich kenne keinen einzigen Fall von einer Flurbereinigung, wo der Flächentausch nicht funktioniert hätte“, sagte Rump.

Zweite Hiobs-Botschaft des Abends: Das Bundes-Verkehrsministerium lehnt bislang eine Anschlussstelle am Kneheimer Weg in Kneheim ab. Die Anschlussstelle ist aber besonders für die Gemeinde Molbergen von großer Bedeutung. Denn dort sollt das neue, rund zehn Hektar große Gewerbegebiet an den überregionalen Verkehr angeschlossen werden. Da-rum wurden schon der Kneheimer Weg und weitere Straße in Molbergen für rund zwei Millionen Euro ausgebaut (siehe Seite 12).

Und auch Stapelfeld muss Federn lassen. Die bislang geplante Trasse führt mitten über den Sportplatz am Stapelfelder Kirchweg. Das heißt, dass anderswo neue Sportplätze angelegt werden müssen. Offen blieb, was dann mit der Sporthalle passiert. Cloppenburgs Bürgermeister Dr. Wolfgang Wiese betonte, dass die Halle nicht zu weit von den Sportplätzen entfernt stehen dürfe, weil sich die Sportler dort umziehen. So bleibt die Frage, ob sogar eine neue Halle gebaut werden muss.
Außerdem werden die Häuser und Gebäude im Kreuzungsbereich der Bundesstraße 68 mit der B213 weichen müssen, also unter anderem ein landwirtschaftlicher Betrieb und das Café Renschen.
Eine Überführung über die dann vierspurige Bundesstraße 213 mit Autobahn-Charakter ist um zirka 500 Meter vom Stapelfelder Kirchweg in Richtung Lastrup verlegt worden, um die Katholische Akademie zu schonen. Wäre die Brücke am ursprünglich vorgesehenen Platz geblieben, würde der Verkehr nahe an der Heimvolkshochschule vorbeigeführt. Weitere Brücken sind in Nieholte nahe der Firma Wesselmann sowie an der Ziegelstraße in Lastrup-Bixlag geplant.

Große Sorge bereitete den rund 200 Zuhörern, die größtenteils aus der Gemeinde Lastrup stammten, der Verkehr, der nicht mehr über die neue Straße fahren dürfte. Die würden dann über die „Dörfer tingeln“, sagte ein Bürger. Sie wäre nur noch für Fahrzeuge zugelassen, die mindestens 60 Stundenkilometer schnell sind. Das heißt, dass zum Beispiel die meisten Traktoren auf die Nebenstrecken ausweichen müssten. Außerdem befürchten Anwohner aus Kneheim, dass viele Autofahrer durch das Dorf fahren, um zu den Anschlussstellen zu kommen. Zudem gab es die Befürchtung, dass die Nebenstraßen zu eng für den landwirtschaftlichen Schwerlastverkehr sein könnten. Forderungen nach einem guten Radwegenetz nahm ebenfalls großen Raum in der Diskussion ein. Baudirektor Johann Viets von der Cloppenburger Kreisverwaltung forderte die Bürger auf, ihre Ideen und Anregungen beim Kreisamt oder bei der Landwirtschaftskammer einzubringen, damit sie gebenenfalls bei den weiteren Planungen berücksichtigt werden können.

Eine öffentliche Informations-Veranstaltung für den Planungsabschnitt 5 zwischen Löningen und Meerdorf findet am Freitag, 20. Januar, ab 18 Uhr im Forum Hasetal in Löningen statt.

 

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